US-Süßigkeiten: Neu mitgebrachte Sweets und Snacks made in USA

US-Süßigkeiten: Neu mitgebrachte Sweets und Snacks made in USA

Das Süßigkeiten-Care-Paket von Martha aus San Francisco erreichte Berlin, als ich mich im Spätsommerurlaub in Italien befand. Es wurde gemäß den Vorschriften der deutschen Post […]

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Spanische Süßigkeiten und Snack – gefunden auf Mallorca

Spanische Süßigkeiten und Snack – gefunden auf Mallorca

Im Dezember 2021 ging es mal wieder für ein verlängertes Wochenende nach Mallorca und mal wieder nach Calla Millor im Osten der Insel. Weil in […]

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#Storybox: Die Kaffee-Revolutionärinnen von Kerala

#Storybox: Die Kaffee-Revolutionärinnen von Kerala

Die Highrange Organic Women Fairtrade Farmers Association ist die erste ausschließlich von Frauen geführte Kaffeegenossenschaft Indiens – einem Land, in dem Frauen bis heute extrem benachteiligt werden.

99 Frauen schwimmen gegen den Strom
In Indien dürfen Frauen traditionell weder Land besitzen, noch ihr erwirtschaftetes Einkommen für sich selbst behalten – alle Grundrechte und Privilegien liegen in männlicher Hand. Die Highrange Organic Women Fairtrade Farmers‘ Association (HOWFFA) stellt sich dem entgegen. Bei der Frauenkooperative haben die Männer – Ehemänner oder gesetzliche Betreuer der Frauen – Erklärungen unterzeichnet, dass die Frauen Eigentümerinnen des von ihnen bewirtschafteten Landes sind. Außerdem erhalten und verwalten allein die Frauen den Erlös aus dem Verkauf ihres Kaffees. Das macht HOWFFA zu einer regelrecht revolutionären Kooperative, die die traditionellen Geschlechterrollen in Indien auf den Kopf stellt.

In der Vollversammlung von HOWFFA werden alle wichtigen Entscheidungen demokratisch gefällt.

HOWFFA wurde 2018 im Western Ghats District von Kerala gegründet und bereits ein Jahr später Fairtrade zertifiziert. Heute gehören 99 Kaffeebäuerinnen der Kooperative an, die hauptsächlich hochwertigen Robusta-Kaffee für den Export produzieren. Um ihr Einkommen zu verschiedenen Jahreszeiten zu gewährleisten, haben die Frauen ihre Anbauprodukte diversifiziert. Neben Kaffee bauen sie auch Früchte wie Mango und Guave sowie Fairtrade-zertifizierte Gewürze wie Pfeffer, Muskat, Nelken und Kardamom an, die sie jedoch bisher nur auf dem lokalen Markt verkaufen.

Mit Fairtrade gegen Perspektivlosigkeit
Im Bundesstaat Kerala wird Kaffee bereits seit langem angebaut. Doch aufgrund der enormen Preisschwankungen auf dem internationalen Kaffeemarkt wechseln viele Bauern ständig ihre Anbauprodukte, immer auf der Suche nach höheren Gewinnen. Das vermindert wiederum ihre Produktivität – und ihr Einkommen.
Fairtrade bietet ein Gegenmodell zum konventionellen Kaffeehandel, das den Produzent*innen Stabilität bietet. Durch die Fairtrade-Zertifizierung erhalten die Kaffeebäuerinnen von HOWFFA einen stabilen Mindestpreis und eine zusätzliche Fairtrade-Prämie, die direkt an die Produzentinnen gezahlt oder in Schulstipendien für die Ausbildung der Kinder der Kooperative angelegt wird. Außerdem erhalten die Bäuerinnen Schulungen zu ökologischem Anbau und Qualitätsmanagement, um ihre Kaffeeproduktion nachhaltig auf sichere Füße zu stellen.

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Die aktuellen Herausforderungen sind groß
Die Corona-Pandemie hat auch die Region Western Ghats schwer im Griff: Die Krankenhäuser sind überfüllt, wenn jemand erkrankt, wird er nach Hause geschickt. Da in Indien viele Generationen unter einem Dach leben, erkrankt im Falle einer Infektion oft die ganze Familie.
Zum Glück konnten alle Produzentinnen der Kooperative geimpft werden. Durch Max Havelaar France (die nationale Fairtrade-Organisation von Frankreich) und das asiatische Fairtrade-Produzentennetzwerk NAPP wurden die Frauen von HOWFAA zusätzlich mit Handdesinfektionsgel, Masken und medizinischer Ausrüstung ausgestattet.

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Der Klimawandel ist eine weitere große Herausforderung für die Kaffeebäuerinnen. Während es früher verlässlich nur im Juni geregnet hat, sind die Wettermuster heute völlig unberechenbar geworden. Das macht den Kaffeeanbau schwieriger denn je – auch wenn die bei HOWFFA hauptsächlich angebaute Robusta-Kaffeepflanze etwas unempfindlicher gegenüber klimatischen Schwankungen ist als ihre Schwester, die Arabica-Kaffeepflanze.

Gesucht: Marktzugänge für die Frauen von HOWFFA
Um sich den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu stellen, brauchen die Frauen von HOWFFA vor allem eines: finanzielle Spielräume, die ihnen Investitionen in die Zukunft ihrer Kooperative ermöglichen. Doch in Indien haben Frauen keinen Zugang zu Krediten. Für Finanzgeber ist es schwierig zu verstehen, dass die Frauen die Eigentümerinnen ihres Landes und diejenigen sind, die das Geld erhalten und verwalten. Umso wichtiger ist es darum für die Frauen von HOWFFA, weitere Marktzugänge für ihren Kaffee zu eröffnen, langfristige Verträge mit Handelspartnern abzuschließen und so finanzielle Stabilität zu erlangen. Und mit zunehmendem Erfolg kann die Frauenkooperative vielleicht sogar dazu beitragen, die Rolle der Frau in der indischen Gesellschaft zu revolutionieren.

 

Unser Dankeschön geht an
Sheena Susan Varghese, Präsidentin der Highrange Organic Women Fairtrade Farmers‘ Association (HOWFFA), die uns die Informationen zu ihrer bemerkenswerten Kooperative, Bildmaterial und Zitate der Kaffeebäuerinnen zur Verfügung gestellt hat.

 

Süßigkeiten mit dem Geschmack von Marillen, Aprikosen und Pfirsich

Süßigkeiten mit dem Geschmack von Marillen, Aprikosen und Pfirsich

In diesem Beitrag behandle ich auf einen Schlag gleich drei Geschmacksrichtungen in Süßigkeiten: Marillen, Aprikosen und Pfirsiche. Wobei der ein oder andere vielleicht weiß, dass […]

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Stillstand oder Fortschritt? Geschlechtergerechtigkeit in Indiens Textilindustrie

Stillstand oder Fortschritt? Geschlechtergerechtigkeit in Indiens Textilindustrie

Gemeinsam mit meinem Kollegen Rapha Breyer bin ich im September 2021 nach Indien gereist, um dort Fairtrade-Textilfabriken in Karnataka, Tamil Nadu und Gujarat zu besuchen. Wie es den Arbeiter*innen inmitten der Corona-Pandemie geht und wie sie die vergangenen Monate erlebt haben, erzähle ich im ersten Blogbeitrag. Im zweiten Teil erfährst du, wieso Frauen in Indien noch immer an vielen Stellen benachteiligt werden, und wieso die Textilindustrie dennoch Fortschritte macht.

Obwohl Frauen in Indien zumindest auf dem Papier mehr Rechte haben als in anderen Teilen der Welt, kann von Gleichberechtigung keine Rede sein. Das Verheiraten junger Frauen ist in dem südasiatischen Land normal – Schätzungen zufolge werden etwa 80 bis 90 Prozent der Ehen arrangiert. Auch die Tradition der Mitgift, die seit 1961 per Gesetz verboten ist, ist noch immer weit verbreitet. Mit „Sumangali“ gibt es sogar einen eigenen Begriff dafür, dass Frauen ihre Mitgift selbst erarbeiten.

Sumangali – Ausbeutung als Geschäftsmodell

Viele Jahre lang war „Sumangali“ ein gängiges Beschäftigungsmodell, gerade in Spinnereien, wo, anders als in Nähfabriken, auch ungelernte Arbeitskräfte gebraucht werden. Unwissend und in finanzieller Not schlossen Eltern gleich mehrjährige Arbeitsverträge für die Töchter ab, bei denen ein großer Teil der Entlohnung erst nach Ende des Vertrages gezahlt wurde. Während die Spinnereien versprachen, die Mädchen auszubilden und bis zu ihrer Heirat auf sie Acht zu geben, fristeten diese oft eine Art Sklavendasein, eingesperrt und abgeschottet von der Außenwelt. Wer vor Vertragende ging, erhielt oft keinen Cent.

„Niemand will heute noch Garn aus Sklavenarbeit“

Auch heute noch arbeiten vorwiegend junge Frauen in Indiens Spinnereien, um Geld für eine mögliche Heirat zu verdienen. Die meisten von ihnen stammen aus ärmlichen Verhältnissen, aus landwirtschaftlich geprägten Regionen wie Odisha im Nordosten des Landes. Die Abhängigkeit ist heute allerdings eine andere: So gibt es etwa gesetzliche Regelungen, die Kinderarbeit verbieten. Laut Gesetz müssen Arbeiter*innen mindestens fünfzehn Jahre alt sein, laut Fairtrade-Textilstandard sogar sechzehn. Zudem hat die öffentliche Kritik an der Ausbeutung junger Frauen und Mädchen den Druck auf die Industrie erhöht. Niemand will schließlich Garn aus Sklavenarbeit in seinen Textilien wissen. Viele Spinnereien haben seither nachgebessert und Arbeitsbedingungen sowie Löhne angepasst.

85 Prozent der Beschäftigten sind weiblich

Angesichts der Geschichte wundert es nicht, dass bei Armstrong Spinnig Mills, einer Spinnerei im indischen Tiruppur, die wir besuchen, fast ausschließlich Frauen arbeiten: Rund 85 Prozent der Beschäftigten sind weiblich. Auf der Homepage wirbt das Unternehmen explizit mit „Women Empowerment“. Im Gegensatz zu Männern haben Frauen in Indien allerdings häufig auch den Ruf, die einfacheren Arbeitnehmerinnen zu sein – quasi per Sozialisation. „Viele sind dazu erzogen worden, weniger Wiederworte zu geben“, gibt mein Fairtrade-Kollege Rapha Breyer zu bedenken, während wir über das Fabrikgelände laufen. „Und trotzdem schließt das die Stärkung der Frauen ja nicht aus.“ Über das Fairtrade-Textilprogramm erhalten die Arbeiter*innen bei Armstrong beispielsweise Trainingsangebote und Schulungen zum Thema Arbeitsrecht.

Die Unterbringung der Arbeiter*innen bekommen wir bei unserem Besuch nur im Vorbeigehen zu Gesicht: Die Zimmer sind einfach, aber aufgeräumt – außer den Stockbetten gibt es kaum Einrichtungsgegenstände. Gleich daneben, unweit der Arbeitsstätte ist die Kantine, ein flaches Betongebäude. Dreimal am Tag bekommen die Beschäftigten hier Essen. Während draußen die Mittagssonne auf den Vorhof prallt, ist es im Innenraum angenehm kühl. Das Mobiliar ist einfach, das Essen, das auf Bananenblättern serviert wird, reichlich. Es gibt Dal, mit verschiedenen traditionellen Dips, zum Nachtisch eine Banane und eine Art Fudge aus süßem Ghee. Wenn er nicht mit seiner Frau zu Hause esse, kommen er jeden Mittag her, erklärt A. Naranayasamy, der Geschäftsführer der Fabrik.

Es tut sich etwas in der Textilindustrie – nicht nur beim Essen

Dass selbst der CEO von Armstrong Spinning Mills regelmäßig in der Kantine isst, ist ein Indiz dafür, dass sich etwas tut in der Textilindustrie. Dieses Gefühl nehme ich zumindest an vielen Stellen unserer Reise mit. Die Fabriken, die wir besuchen, scheinen auf einem guten Weg zu sein. Im Rahmen des Fairtrade-Textilprogramms setzen sie bereits Schulungen zu unterschiedlichen Themen um, gestalten ihre Arbeitsstätten sicherer und binden ihre Mitarbeiter*innen stärker in Entscheidungsprozesse ein. Viele von ihnen könnten ohne große Anstrengungen den nächsten Schritt gehen und eine komplette Zertifizierung nach dem Fairtrade-Textilstandard anstreben. Und doch tun sie es nicht. Wieso? „Viele zögern. Nicht, weil der Standard zu anspruchsvoll ist, sondern weil die Nachfrage fehlt und sie nicht bereit sind, die Kosten allein zu tragen“, sagt Shivaprasad Shetty, Fairtrade-Berater in Indien. „Erst wenn Markenhersteller signalisieren, dass sie höhere Löhne mittragen, werden sich die Fabriken für eine Zertifizierung öffnen“, so Shetty.

Was ernüchternd klingt, ist in meinen Augen ein erster Fortschritt. Immerhin hat sich in vielen Fabriken in den vergangenen Jahren etwas getan. Selbst der nächste Schritt – eine Zertifizierung und die damit verbundenen besseren Löhne – wäre denkbar, würden alle Akteure an einem Strang ziehen. Der Wandel in der Textilindustrie scheitert aktuell also nicht etwa an der Umsetzung, sondern am Willen der Textilunternehmen. Und um den zu ändern, müssen wir in Deutschland vielleicht einfach noch mehr Druck machen – als NGO wie Fairtrade, aber genauso als Verbraucher*innen.