Fairtrade Advocacy Marathon in Brüssel

Fairtrade Advocacy Marathon in Brüssel

 

Im Oktober waren wir beim Fairtrade Advocacy Marathon in Brüssel, um uns für eine Stärkung des fairen Handels in der Europapolitik einzusetzen! Dort konnten wir uns mit anderen jungen Menschen, die sich europaweit für einen faireren Handel engagieren, austauschen und sogar unsere Anliegen direkt im Europaparlament vorbringen!

 

 

Kern des viertägigen Programms war nämlich ein Fairtrade-Frühstück, zu dem außer uns noch ganz viele „Members of European Parliament“ gekommen sind. So hatten wir die Gelegenheit, mit unseren Länder-MEP’s bei einer Tasse fairem Kaffee ins Gespräch zu kommen. Aus Deutschland konnten wir uns mit Malte Gallée, Tiemo Wölken und Bernd Lange – dem Vorsitzenden des Handelsausschusses und Leiter der Fairtrade-Gruppe – persönlich unterhalten.

Im Vorfeld hatten die Young Fairtrade Advocates, die auch vor Ort waren, ein umfassendes Paper mit Empfehlungen zum fairen Handel vorbereitet, das wir beim Frühstück vorstellen konnten. Themen waren dabei unter anderem Handelsabkommen, das Lieferkettengesetz und eine sozial-ökologische Transformation des Welthandels. Das gesamte Paper lässt sich hier abrufen.

 

Abgesehen davon haben wir natürlich auch die Zeit genutzt, um Brüssel ein bisschen zu erkunden. So waren wir zum Beispiel im House of European History und im Parlamentarium. Außerdem haben wir eine kleine Tour durchs Europaparlament bekommen und konnten die größte Urban Farm Europas besichtigen. Insgesamt also eine sehr ereignisreiche und erfolgreiche Woche.

 

Kooperativen-Besuche in Indonesien und Teilnahme im Asian Pacific Coffee Forum

Kooperativen-Besuche in Indonesien und Teilnahme im Asian Pacific Coffee Forum

Selamat siang! Ich hatte im Oktober die tolle Möglichkeit an dem Fairtrade Asian Pacific Coffee Forum 2022 in Indonesien teilnehmen zu können!

Unser Fairtrade Produzent*innen Netzwerk NAPP organisiert regelmäßig für Kooperativen, Händler*innen und Interessierte sogenannte Coffee Forums. In den Foren können sich Vertreter*innen von Kooperativen gegenseitig austauschen und so voneinander lernen.

Commercial Partner*innen, wie Händler*innen, Exporteur*innen und Importeur*innen beschreiben ihre Perspektive auf den fairen Handel und die Aussichten ihrer Fairtrade Aktivitäten.
Alle Teilnehmenden haben in Workshops die Möglichkeit Rückmeldung an uns/Fairtrade zu den Fairtrade-Aktivitäten vor Ort zu geben und Input in die bestehende Strategie und geplanten Programme zu geben.

Das Coffee Forum 2022

Das diesjährige Asia Pacific Coffee Forum fand Ende Oktober in Indonesien statt. Kooperativen aus Indonesien, Indien, Vietnam, Thailand, Myanmar, Laos, den Philippinen und Osttimor tauschten sich über ihre Ernten, Produktionsbedingungen und den Kaffee-Verkauf aus. In den jeweiligen Ländern gibt es ähnliche Herausforderungen, wie zum Beispiel die Herausforderungen im Umgang mit der Klimakrise, aber auch sehr unterschiedliche Realitäten bei den Arbeits- und Lebensbedingungen.

Meinen Fairtrade-Kolleg*innen ist dies bewusst und planen in die Fairtrade Strategie und Aktivitäten allgemeinerer Unterstützung wie Hilfe bei der Vermarktung des Kleinbäuer*innen-Kaffees ein, helfen aber auch bei länderspezifischen Herausforderungen, beispielsweise einem Versicherungsmodell gegen Klimawandelschäden in Indonesien. Das Coffee Forum 2022 wurde entsprechend genutzt, um verschiedenste Perspektiven und Rückmeldungen zu sammeln und zu besprechen, um darauf aufbauend die Fairtrade-Aktivitäten weiter an die Bedürfnisse der Kooperativen anzupassen.

Besuche auf Kaffee-Plantagen

Vor dem Forum konnte ich mit zwei meiner indonesischen Kolleg*innen und einer Kollegin aus Indien zwei Kaffee Kooperativen im Westen Indonesiens, in der Kaffeeregion Aceh besuchen. Total beeindruckend, nun endlich die Kaffeefelder selbst betreten, die Kaffeepflanzen anfassen und sogar einige rote Kaffeekirschen selbst ernten zu können! Wir sprachen mit Frauen aus der Frauen-Kooperative KOKOWAGAYO, die uns von ihren besonderen Schwierigkeiten erzählte und erklärte, dass die Kooperative sich nun gut etabliert hat. Bei unserem Besuch bei der Kooperative Garmindo tauschten wir uns über ökologischere Anbaumethoden aus und besprachen den speziellen Agroforst-Ansatz der Kooperative.

Meine Kolleg*innen führen mit den Kooperativenmitgliedern Schulungen durch und unterstützen bei der Professionalisierung. So wurden beispielsweise Entpulper, die die Außenhaut der Kaffeekirschen und einen Teil des Kaffee-fruchtfleisches entfernen, von Fairtrade für die Kooperativen gekauft.

Die Fairtrade-Kolleg*innen stehen also in engem und gutem Kontakt mit den Kooperativen. Eine der indonesischen Fairtrade-Kolleg*innen kommt sogar aus dieser Region und spricht den örtlichen Dialekt. Sie kennt also die Lebens- und Anbaumethoden der Menschen sehr gut und kann die Kleinbäuer*innen entsprechend gut unterstützen. 

Besondere Momente

Neben der inhaltlichen Gespräche kam auch der Spaß nicht zu kurz. Ich hatte trotz keiner gemeinsamen Sprache (die meisten Bäuer*innen sprechen kein Englisch) wunderbare Momente mit den Bäuer*innen, beispielsweise wenn mir gezeigt wurde, wie die Kaffeekirschen zu pflücken sind, beim gemeinsamen Essen von frittierten Bananen oder auch auf dem Weg zum Kaffeefeld.

Ich bin den Bäuer*innen und Kooperativen und auch meinen Fairtrade-Kolleg*innen sehr dankbar, dass sie sich so viel Zeit für mich und meine ganzen Fragen genommen haben und mir so viel über den Kaffeeanbau und Kaffeeverarbeitung gezeigt haben!

 

 

10 Jahre Fairtrade-Schools – ein Grund zum Feiern!

10 Jahre Fairtrade-Schools – ein Grund zum Feiern!

Knapp 200 engagierte Schüler*innen und Lehrkräfte kamen am 16. November im Wissenschaftspark Gelsenkirchen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Denn vor zehn Jahren wurde die erste Fairtrade-School Deutschlands ausgezeichnet. Im Rahmen der Schüler*innenakademie NRW besuchten die Teilnehmenden Workshops und tauschten sich zu Aktionsideen aus.

Als Praktikantin bei Fairtrade Deutschland habe ich das Team bei der Organisation unterstützt und die Berichterstattung auf Social Media übernommen. Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der Teilnehmenden: Um als Fairtrade-School ausgezeichnet zu werden, müssen die Schulen unter anderem fair gehandelte Produkte anbieten und sich im Unterricht mit dem Thema beschäftigen. Ihr Einsatz für den fairen Handel geht oft aber weit darüber hinaus. Eine Lehrerin erklärte mir zum Beispiel, dass sie in den Ferien gemeinsam mit Schüler*innen regelmäßig hunderte Pakete mit fairen und ökologischen Schulmaterialien packt.

Großes Workshop-Angebot

Ein Highlight des Tages war das Interview mit Ralph Caspers, dem neuen Schirmherr der Fairtrade-Schools: Als Journalist und Moderator ist er vor allem aus der „Sendung mit der Maus“ oder „Wissen macht Ah!“ bekannt. Zu Beginn der Veranstaltung wurde er über Zoom zugeschaltet und mit lautem Applaus begrüßt. „Solche Reaktionen auf meine Person überraschen mich immer wieder“, sagte er lachend. Er freue sich sehr, die Fairtrade-Schools zu unterstützen: „Ihr könnt mit eurem Engagement viel verändern. Macht weiter so!“
Nach dem Gespräch mit Ralph Caspers startete die erste Workshop-Phase der Schüler*innenakademie mit spannenden Fragen: Wie hängen Fairtrade und Kinderrechte oder Sport zusammen? Und wie lässt sich im Gespräch mit der Familie oder Freund*innen für den fairen Handel argumentieren? Besonders interessant fand ich den Workshop zu fairer Mode: Darin trugen die Schüler*innen auf einer Weltkarte ein, welchen weiten Weg die einzelnen Teile einer Jeans zurücklegen müssen, bis sie schließlich getragen werden kann.
In der Mittagspause konnten sich die Teilnehmenden dann über Aktionen der einzelnen Schulen sowie über weitere Kampagnen von Fairtrade Deutschland informieren. Ich stellte das „FairActivists“-Programm vor, bei dem ich selbst engagiert bin. Es richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren, die sich gemeinsam für den fairen Handel engagieren möchten. Mit Infos aus erster Hand konnte ich vielleicht sogar einige der älteren Schüler*innen davon überzeugen, sich zu bewerben – die aktuelle Ausschreibung läuft noch bis zum 2. Dezember (Mehr Infos unter https://www.fairtrade-deutschland.de/aktiv-werden/fairactivists).

Interview mit Fairtrade-Produzent aus Kolumbien

Nach der zweiten Workshop-Phase hatten die Schüler*innen am Nachmittag Gelegenheit, Fragen an Yinson Rodríguez zu stellen. Yinson ist Fairtrade-Produzent aus Kolumbien und baut dort Kaffee, Kakao und Honig an. „Am Anfang hatten wir Schwierigkeiten, alle Produzentinnen und Produzenten unserer Kooperative von einer nachhaltigeren Landwirtschaft zu überzeugen“, erklärte er über Zoom. Durch Fairtrade habe sich aber vieles verändert, sodass die Bäuerinnen und Bauern nun unter anderem ein stabileres Einkommen haben.
Zum Abschluss des Tages präsentierten die Kinder und Jugendlichen der südafrikanischen Gruppe „MUKA“ ein Theaterstück, in dem sie Geschichten aus ihrem Lebensalltag erzählten. Eine bewegende Mischung aus ernsten Themen, wie dem Klimawandel oder sexuellem Missbrauch, gepaart mit mitreißender und fröhlicher Musik.

Mehr Infos zu den Fairtrade-Schools und den Schüler*innenakademien: www.fairtrade-schools.de

[See image gallery at blog.fairtrade-deutschland.de]

Fair(an)e Stimmung auf der LCOY 2022

Fair(an)e Stimmung auf der LCOY 2022

LCOY ist weder ein neu entdecktes Tier, noch der Begriff für eine neue Coronavariante. LCOY, gesprochen [‘elkoi] ist die Abkürzung für Local Conference of Youth, eine nationale Jugendklimakonferenz zum Klimaschutz gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz. Historischer Startpunkt war 1995 die erste COP (Conference of the Parties) – die offizielle Klimakonferenz der Weltgemeinschaft. Seit 2009 wird in Ergänzung die jährliche COY (Conference of Youth) als Plattform speziell für junge Menschen, zum Vernetzen und zum Ausbauen der Fachkompetenz, organisiert. Die LCOY ist ein Ableger der COY, bei der junge Menschen zusammen kommen, die gemeinsam die Zukunft gestalten wollen und dafür Ideen für eine nachhaltige und umweltfreundliche Welt entwickeln. Die Ergebnisse werden gesammelt an die COY weitergegeben. Mittlerweile sind LCOYs auf allen Kontinenten zu finden, im Jahr 2021 neben Deutschland auch in Indien, Nepal, Kenia, Haiti, Panama, Turkmenistan, Timor-Leste und viele weitere

Die 5. deutsche LCOY fand vom 28.- 30. Oktober 2022 an der Leuphana Universität in Lüneburg statt, auf welcher rund 1.200 junge Menschen zusammengekommen sind. Über 150 Speaker*innen, unter anderem Bundesverkehrminister Volker Wissing, waren vertreten. Außerdem gab es über 250 Beiträge in Form von Workshops, Diskussionen und Vernetzungsangeboten. Es gibt einen archivierten Livestream von der LCOY (https://www.youtube.com/c/LCOYGermany/playlists), um das Rahmenprogramm nachzuschauen. Die übergreifenden sieben Fokusthemen waren COP27, Skill Building, Politik hautnah, Connect & Create, Climate Science, Wirtschaft und Kultur & Gesellschaft. Und dieses Jahr durften wir, die FairActivists an nicht nur den spannenden Vorträgen beiwohnen sondern selbst eine Diskussionrunde zu dem Thema Klimagerechtigkeit und Fairtrade führen. Gemeinsam mit andere jungen Engagierten haben wir über die soziale Gerechtigkeit in Zeiten des Klimawandels gesprochen. Unser Ziel war ein Austausch auf Augenhöhe, gegenseitiges Inspirieren und Sensibilisierung zu den Themen globale Gerechtigkeit, fairer Handel und individuelle und institutionelle Verantwortlichkeiten. Dafür haben wir einen Input zu aktuellen Adaptation- und Mitigation-Prozessen von Fairtrade vorgestellt und eine nachfolgende Diskussions- und Fragerunde moderiert. Das Motto wärend der Runde: Wir machen uns stark für Klimagerechtigkeit! Die Logik dahinter bringt Deborah Osei–Mensah, Fairtrade Youth Ambassador auf den Punkt: “There’s no social justice on a broken planet.”. Lasst uns gemeinsam für eine nachhaltige und faire Welt kämpfen!

 

                  

Quellen:

lcoy.de
fairactivists.de
https://www.fairtrade-deutschland.de/fileadmin/DE/01_was_ist_fairtrade/04_fokusthemen/Klimawandel/2021_04_FT_O2B_Climate_Change_Project_Final_web.pdf

Opavia aus Tschechien: Karlsbader Oblaten und Fidora Waffeltaler

Opavia aus Tschechien: Karlsbader Oblaten und Fidora Waffeltaler

Opavia ist ein tschechischer Traditionsbäcker für Trockengebäck wie Karlsbader Oblaten, Waffeln mit Schokorand (Tatranky) und geschichtete Rundwaffeln (Fidorka). Es ist benannt nach der Stadt Opava, […]

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