FairActivists treffen Annalena Baerbock in Köln – und erhalten Unterstützung für die Aktion #FairerAufbruch

FairActivists treffen Annalena Baerbock in Köln – und erhalten Unterstützung für die Aktion #FairerAufbruch

Als Annalena Baerbock ankündigte, im Rahmen ihrer Wahlkampftour am 02. September 2021 nach Köln zu kommen, war uns FairActivists schnell klar, dass dies eine gute Gelegenheit sein würde, unsere Forderungen zum fairen Handel für die nächste Legislaturperiode an sie heranzutragen. So ergriffen wir diese Chance – und unsere Hartnäckigkeit wurde belohnt: Wir konnten die Kanzlerkandidatin zum Unterzeichnen des „Fairsprechens“ überzeugen!

Stolz und glücklich, mit Annalena Baerbock (2. v. l.) eine prominente Unterstützerin für den fairen Handel gefunden zu haben: Lisa, Franz und Charlotte (v. l.) (c) Fairtrade/Jakub Kaliszewski

Mit den Forderungen der Fair-Handels-Community zum Wahlkampfauftritt

Zu dritt machten wir, Franz, Lisa und Charlotte, uns am vergangenen Donnerstag auf den Weg zum Wilhelmplatz in Köln Nippes, wo bereits mehrere hundert Menschen auf die Kanzlerkandidatin warten – im Laufe des Abends sollten es rund 2.000 werden. Wir mischten uns unter die Menge und setzten mit unseren Schildern ein Zeichen für einen gerechteren Welthandel und menschenwürdige Arbeitsbedingungen weltweit, was immer wieder interessierte Blicke auf sich zog und zu spannenden Unterhaltungen führte.

Die FairActivists beim Wahlkampfauftritt von Annalena Baerbock (c) Fairtrade/Jakub Kaliszewski

Gegen 19.30 Uhr eröffneten die lokalen Wahlkreiskandidat*innen die Bühne und stellten sich und ihre Schwerpunkte vor. Danach ging es nicht nur mit Musik, unter anderem von dem Gitarristen von Annenmaykantereit, sondern auch mit einem Autor weiter, den viele vermutlich von seinem Buch „Der Schwarm“ kennen, das davon erzählt, wie sich die Natur gegen die Menschheit auflehnt: Frank Schätzing. Eindrucksvoll, wortgewandt und klar schilderte er, weshalb ein radikaler gesellschaftlicher und politischer Kurswechsel nun notwendig ist, um den Planeten und damit auch unsere Lebensgrundlage zu retten.

 

Als Annalena Baerbock im Anschluss daran die Bühne betrat, wurde sie mit tosendem Beifall begrüßt und auch wir waren aufgeregt, sie nun erstmalig live sehen zu können. Rund 30 Minuten lang redete über die Klimakrise und welche Stellschrauben in Industrie und Politik gedreht werden müssten, um diese aufzuhalten. Engagiert sprach sie auch über Kinderrechte und Kinderarmut.

Im Anschluss hatte das Publikum die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Gerne hätten wir Frau Baerbock gefragt, wie sie sich konkret für gerechte Löhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen nicht nur in Deutschland, sondern auch weltweit einsetzen würde, aber leider wurden wir nicht ausgewählt.

Annalena Baerbock steht einer Gruppe junger Zuhörer*innen Rede und Antwort (c) Fairtrade/Jakub Kaliszewski

Im (Zaun-)Gespräch mit Annalena Baerbock über fairen Handel, Klimagerechtigkeit und nachhaltige öffentliche Beschaffung

Das war jedoch nicht so schlimm, weil wir im Vorfeld bereits ein Treffen mit ihr arrangiert hatten. Nach der Q&A-Session konnten einige Besucher*innen noch die Chance nutzen, direkt mit ihr ins Gespräch zu kommen und wir waren dabei. Wir stellten unsere Gruppe von jungen Aktivist*innen vor und was wir, gemeinsam mit Fairtrade Deutschland, dem Forum Fairer Handel und dem Weltladendachverband, als #FairerAufbruch fordern:

Existenzsichernde Löhne und Einkommen weltweit fördern
Menschenrechtliche Sorgfalt für Unternehmen verbindlich durchsetzen
Handelspolitik fair gestalten
Globale Klimagerechtigkeit herstellen
Soziale und ökologische Kriterien bei öffentlicher Beschaffung verankern

FairActivist Charlotte erklärt der Kanzlerkandidatin der Grünen die Forderungen des „Fairsprechens“ (c) Fairtrade/Jakub Kaliszewski

Annalena Baerbock bedankte sich für unser Engagement und sagte, dass sie sehr gerne die Forderungen des „Fairsprechens“ unterzeichnen würde. Mit dem Fairsprechen, das an alle zur Kandidatur stehenden Spitzenpolitiker*innen verschickt wurde, bekennt Frau Baerbock sich als erste und bis dato einzige der drei Kanzlerkandidat*innen dazu, sich auch nach der Bundestagswahl für die obenstehenden Themen stark zu machen.

Die drei Aktivist:innen auf „Autogrammjagd“ für mehr globale Gerechtigkeit (c) Fairtrade/Jakub Kaliszewski

 

Diese Wahl zur globalen Gerechtigkeitswahl machen

Als Kanzlerkandidatin von Bündnis90/Die Grünen ist Annalena Baerbock mit dem Unterzeichnen des „Fairsprechens“ mit gutem Beispiel vorangegangen, aber wir FairActivists werden weiter versuchen, sowohl vor als auch nach der Wahl weitere Politiker*innen von unseren Anliegen zu überzeugen. Werde auch du Teil des Fairen Aufbruchs und wende dich an deine Kandidat*innen und Abgeordneten. Mehr Infos und Materialien zu der Kampagne der Fair-Handels-Gemeinschaft gibt es hier: https://www.fairtrade-deutschland.de/aktiv-werden/aktuelle-aktionen/faireraufbruch-jetzt-politisch-werden

Annalena Baerbock hat das Fairsprechen unterzeichnet (c) Fairtrade/Jakub Kaliszewski

#Storybox: Fairtrade-Honig von Guido aus Chile

#Storybox: Fairtrade-Honig von Guido aus Chile

Heute stellt sich uns Guido de los Angeles Huenupan Navarro vor. Er arbeitet seit 19 Jahren als Imker bei der Fairtrade-Kooperative Cooperativa Campesina Apícola Valdivia Limitada – kurz Apicoop. Er ist verheiratet und hat fünf Kinder. Einer seiner Söhne hilft ihm bei der Bienenzucht. Als Fairtrade-Imker verkauft Guido 600 Kilo Honig pro Jahr. Apicoop exportiert den Honig direkt nach Europa.

Die Fairtrade-Kooperative Apicoop produziert seit 1997 Honig mit inzwischen mehr als 140 Mitgliedern

Herausforderung Klimawandel

Imker Guido de los Angeles Huenupan Navarro sieht den Klimawandel als große Herausforderung für die Imkerei:

„In den letzten Jahren hat uns die Hitze zu schaffen gemacht. In manchen Jahren gab es Dürren, von denen wir vorher nicht betroffen waren. Die Honigernte im Allgemeinen nimmt deshalb mehr und mehr ab.“

Guido ist vom Fairtrade-Ansatz überzeugt und fordert uns Konsument*innen deshalb auf: „Kaufen Sie weiter Fairtrade-Honig! Die Imkerei ist unser Leben und es ist gut, wenn wir das Produkt, das wir mit Hingabe herstellen, weiterhin verkaufen können.“

Weiterbildung für noch besseren Honig – durch die Fairtrade-Prämie

Für Honig, den die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zu Fairtrade-Bedingungen verkaufen können, wird eine zusätzliche Fairtrade-Prämie gezahlt, die die Kooperative in gemeinnützige Projekte, etwa in Soziales, Infrastruktur oder Bildung, investiert. Die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern entscheiden demokratisch über die Verwendung der Prämiengelder.Die Fairtrade-Prämie wird in der Kooperative Apicoop beispielsweise für die Qualitätssicherung und -steigerung der Honigernte verwendet.

Mit der Prämie konnten teure Labor-Analysen zur Qualitätskontrolle finanziert werden. Auch Lastwagen für den Transport der Honigbehälter wurden mit der Prämie angeschafft und Weiterbildungskurse für die Kooperativenmitglieder finanziert.

Zwischen Oktober und April ernten die Imker*innen der Kooperative Apicoop ihren Honig.

Eine Kooperative ist ein Zusammenschluss von Kleinbauernfamilien. Die Produzent*innen verfolgen das gemeinsame Ziel, ihre Mitbestimmung durch demokratische Organisationsstrukturen zu fördern. Der Honig der Kooperative stammt aus der südlichen Region Chiles und wird in Küsten- und Binnenebenen sowie in den Bergen gewonnen. Diese Gebiete sind reich an Pflanzen- und Baumarten, die in dieser Region heimisch sind. Bereits seit 1997 produziert Apicoop Honig und zählt inzwischen mehr als 140 Mitglieder.

Guido verkauft als Fairtrade-Imker 600 Kilo Honig pro Jahr. Apicoop exportiert den Honig direkt nach Europa.

Die Mitglieder von Apicoop ernten ihren Honig in der Regel zwischen Oktober und April. Der exakte Zeitpunkt der Honigernte hängt von der Honigsorte ab. Die Sorten variieren im Geschmack, in den Farben goldgelb bis dunkelbernsteinfarben sowie in der Konsistenz von flüssig bis weich. Hauptsächlich werden Blütenhonige geerntet.

Der Honig, den Guidos Bienen produzieren, wird zum Beispiel für das „Faire Frühstück“ des bayerischen Familienunternehmens Breitsamer eingsetzt.

Breitsamer Honige „Faires Frühstück“ sind nicht nur Fairtrade-zertifiziert, sondern auch klimaneutral. Mehr Infos findet ihr hier.