Reis ist eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel der Welt. Hinter jeder Packung steckt eine Geschichte von Menschen, Landschaften und Gemeinschaften. Eine davon beginnt im indischen Uttar Pradesh, nahe der Grenze zu Nepal. In der kleinen Stadt Kotwa bauen über 400 Kleinbauernfamilien gemeinsam hochwertigen Langkorn- und Basmatireis an.
Was diesen Reis besonders macht, ist zum einen seine Qualität. Es ist aber auch das, was durch Fairtrade-Projektarbeit rund um den Anbau entsteht: bessere Landwirtschaft, neue Bildungschancen, mehr Selbstbestimmung für Frauen und Verbesserungen im Alltag der Dorfgemeinschaft.
Möglich wird das durch ein gemeinsames Projekt von Nature Bio Foods Ltd. und dem Bio-Pionier und Fairtrade-Partner Davert.
Nachhaltiger Anbau: mehr Ertrag, weniger Ressourcen
Der Reis aus Kotwa stammt aus biologisch-dynamischer Demeter-Landwirtschaft. Dieses Anbausystem geht über die Kriterien der EU-Öko-Verordnung hinaus und fördert beispielsweise aktiv Bodenfruchtbarkeit, Artenvielfalt und Klimaschutz.
Neben Schulungen erhalten die Bäuerinnen und Bauern auch ganz praktische Unterstützung für den Alltag – etwa Gummistiefel für die Feldarbeit oder sogenannte Biochar-Öfen, mit denen Pflanzenreste zu nährstoffreicher Pflanzenkohle verarbeitet werden können.
Auch moderne Technik kommt zum Einsatz: Laser-Level-Geräte helfen dabei, Felder präzise zu ebnen. Dadurch wird die Bewässerung effizienter und Wasser eingespart.
Die Ergebnisse zeigen, wie wirkungsvoll diese Maßnahmen sind:
5 % mehr Ertrag pro Hektar
45 % höherer Wert pro Kilogramm Reis
33 % weniger Wasserverbrauch bei der Bewässerung
rund 11 % weniger CO₂-Emissionen pro Kilogramm Reis
Mobilität schaffen: Dreiräder für mehr Selbstständigkeit
Manchmal sind es kleine Dinge mit großer Wirkung: Ein Beispiel sind Dreiräder für Menschen mit körperlichen Einschränkungen. Sie ermöglichen mehr Bewegungsfreiheit im Alltag, etwa für den Weg zum Markt, zu Nachbarn oder zur Arbeit auf dem Feld. So entsteht mehr Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe.
Sauberes Wasser und Gesundheitschecks
Wasserfilter sorgen für sicheren Zugang zu Trinkwasser. Ergänzend werden Gesundheitschecks organisiert, um Krankheiten zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen.
Im Vergleich zum Projektstart 2022 sind die Fortschritte deutlich:
95 % der Haushalte haben Zugang zu sauberem Trinkwasser
85 % verfügen über sanitäre Einrichtungen
Bildung stärken: fünf Schulen im Fokus
Bildung gehört zu den wichtigsten Investitionen für die Zukunft der Region. Deshalb unterstützt das Projekt fünf Schulen durch Schulpatenschaften mit:
Schulmaterialien
Klassenzimmern mit Tischen und Stühlen
Computerräumen
Schulungen in Excel, Word und PowerPoint
Ein wichtiger Effekt: Mehr Kinder besuchen regelmäßig die Schule. Alle Kinder der Farmerfamilien haben Zugang zu Bildung, ohne dass Farmarbeit ihre Schulzeit einschränkt. Aus einer Erhebung an einer der Schulen im Jahr 2024 ging hervor, dass sich die Einschreibequote durch das Projekt um 40% steigern ließ.
Frauen stärken und neue Perspektiven schaffen
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Frauen.
In regelmäßigen Treffen mit dem Projektteam werden Bedürfnisse besprochen und neue Ideen entwickelt. Daraus entstehen Angebote wie Nähkurse, Beauty-Trainings oder medizinische Grundkurse, die Frauen dabei helfen können, eigenes Einkommen zu erwirtschaften.
Zusätzlich finden Hygiene-Schulungen statt und Hygieneprodukte werden kostenlos bereitgestellt. Heute haben 100 % der Frauen Zugang zu Menstruationshygieneartikeln – ein wichtiger Schritt für Gesundheit und gesellschaftliche Teilhabe.
Das gemeinsame Projekt von Nature Bio Foods Ltd. und dem Bio-Pionier und Fairtrade-Partner Davert zeigt damit, wie fairer Handel funktionieren kann: gemeinsam mit den Menschen vor Ort und mit Projekten, die wirklich etwas bewegen.
Bilder: Davert, Midsona Deutschland GmbH
