„Das ganze Jahr hat mir einen Schub nach vorne gegeben“

„Das ganze Jahr hat mir einen Schub nach vorne gegeben“

Abschlussveranstaltung des zweiten Mentoring-Programms für weibliche Nachwuchs- und Führungskräfte

Am 28. Juni fand in Bonn die Abschlussveranstaltung des Mentoring-Programms für Mitarbeiter*innen von VENRO-Mitgliedsorganisationen mit ersten Führungserfahrungen statt. Zum Abschluss des 10-monatigen Programms trafen sich neun Mentees und sechs Mentor*innen in den schönen Räumen der Welthungerhilfe in Bonn zum ersten Mal zusammen in Präsenz; weitere zehn Mentees und Mentor*innen waren online dazugeschaltet.

Fairtrade Deutschland e.V. war mit Katja Carson, Vorstandmitglied und teilnehmende Mentorin und Michaela Reithinger, Referentin Mitgliederkooperation und Mitglied der AG Gender von VENRO und der Orga-Gruppe des Programms, vertreten.

Ziel des Programms, das von der AG Gender von VENRO entwickelt wurde,ist es, FLINTA bzw. Frauen mit ersten Führungserfahrungen die Möglichkeit zu bieten, sich vertrauensvoll mit gestandenen Führungspersonen aus dem Kreis der VENRO Mitglieder über berufliche Herausforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten auszutauschen. Durch den so geschaffenen Raum hilft es den Teilnehmer*innen gleichzeitig Klarheit über ihre Motivation und ihre Prioritäten zu bekommen. Außerdem boten verschiedene virtuelle Treffen für Mentees und Mentor*innen im Verlauf des Programms die Möglichkeit, sich in der jeweiligen Gruppe zu bestimmten Themen, wie z.B. zu unterschiedlichen Führungsmodellen, strukturellen Herausforderungen bei NRO und der „gläsernen Decke“ auszutauschen und diese weiterzudenken.

Es war bereits der zweite Durchlauf des Mentoring-Programms und startete am 14. September 2022 mit 16 Tandems, also 16 Mentees und 16 Mentor*innen. Darunter waren auch vier männliche Führungskräfte, die sich als Mentoren für das Programm gemeldet hatten; und viele der Teilnehmenden kamen außerdem aus Mitgliedsorganisationen von Fairtrade Deutschland.

 

Große Zufriedenheit und hohe Zielerreichung

Eine erste Umfrage auf der Abschlussveranstaltung bestätigte die sehr positiven Rückmeldungen und eine sehr hohe Zielerreichung der Teilnehmenden: Mit Blick auf die gesteckten Ziele hatte alle ihre Ziele vollständig oder fast vollständig erreicht.

In drei World Café-Runden trugen die Teilnehmenden zu verschiedenen Aspekten des Programms ihre Einschätzungen abschließend zusammen: „Mehrwert der Zusammenarbeit im Tandem“, „gläserne Decke und Möglichkeiten struktureller Veränderungen in Organisationen“ und „Erkenntnisse über Strukturen und Hürden in den eigenen Organisationen“. In Bezug auf die „gläserne Decke“, so waren sich die Teilnehmer*innen einig, ist es insbesondere wichtig, Führungskräfte zu sensibilisieren und sich selbst als Person sichtbarer zu zeigen. „Frauen müssen von untern an die Decke klopfen und das Licht einschalten!“ fasste es Dr. Julia Boger, Mentee und hauptamtlich für den World University Service tätig, zusammen.

Der Mehrwert der Zusammenarbeit in Tandems lag insbesondere darin, Reflexionsräume zu schaffen – auch für das eigene Führungsverhalten, so die Rückmeldung der Mentor*innen. Dazu braucht es nicht viel, ein regelmäßiger Jour fixe, um zu reflektieren: Wo bin ich unklar in meiner Kommunikation? Was sehe ich für strukturelle Herausforderungen in meiner Organisation, die Frauen benachteiligt?

Gerade in Bezug auf die strukturellen Hürden bestand Einvernehmen darüber, dass die Förderung von weiblichen Führungskräften einhergehen muss mit einer Veränderung der Organisationskultur. Die neuen Möglichkeiten des digitalen Arbeitens bieten zwar gerade für Frauen viel Flexibilität, bergen aber gerade für Frauen, die dies viel nutzen, auch das Risiko reduzierter Sichtbarkeit. Hier ist es wichtig, Netzwerke und Informationsflüsse, insbesondere für Teilzeitkräfte und Kolleg*innen im Homeoffice sicherzustellen. Katja Carson (Fairtrade Deutschland e.V.), Mentorin, bekräftigte, wie wichtig es ist, die Chancen zu nutzen, die das hybride Arbeiten insbesondere für Frauen bietet und gleichzeitig darauf zu achten, dass durch reduzierte Sichtbarkeit keine Nachteile entstehen. Hier bietet sich an alternative Netzwerkmöglichkeiten zu schaffen und z.B. den Informationsfluss über den „Flurfunk“ ins Digitale zu übertragen.

Die Abschlussveranstaltung stand ganz im Zeichen von Vernetzung: Auch in der Mittagspause gab es dazu viele Möglichkeiten und Mentor*innen und Mentees tauschten sich weiter über ihre Erfahrungen aus. „Das Programm hat für mich strukturelle Hürden sichtbar gemacht und mich darin gestärkt, Entscheidungen zu treffen. Das Feedback von außen hat mich gestärkt und mir Selbstbewusstsein gegeben!“, so eine begeisterte Mentee. Eine andere fand: „Das ganze Jahr hat mir einen Schub nach vorne gegeben“.

Lisa Schoenmeier (Malteser International) ergänzt: „Das Programm im Rücken zu haben war ein gutes Gefühl, hat mich gestärkt und hat Veränderungen herbeigeführt. Ich habe gelernt, eigene Positionen besser zu vertreten“.

New Work needs inner work

Nach der Pause gaben vier Mentor*innen kurze, sehr inspirierende Inputs zum Thema „New Work“. Im Vordergrund stand dabei die Erkenntnis: New Work needs inner Work!
New Work bedeutet Prozesse neu zu denken. Wer trifft die Entscheidungen? Wie sind die Menschen, die dann von den Entscheidungen betroffen sind, in die Entscheidungsfindung einbezogen? Wie offen sind wir gegenüber neuen Ideen und Strukturveränderungen, um neue Methoden der Zusammenarbeit zu entwickeln und sinnstiftendes Arbeiten zu ermöglichen? Gerade Krisenzeiten können in dieser Hinsicht auch eine Chance, ein „window of opportunity“ öffnen. Dabei ist die Fokussierung auf den konkreten Handlungsbedarf und eine partizipative Herangehensweise entscheidend: Wo stehen wir? Und: Was wollen wir? sind die Schlüsselfragen, die in einem Plan-act-review Cycle immer wieder gestellt und überprüft werden müssen.

Dr. Antje Schultheis, die das Programm von Anfang an inhaltlich mit konzipiert und begleitet hat, richtete gegen Ende der Veranstaltung einen Appell an alle Teilnehmenden, den Faden des Austausches nicht abreißen zu lassen. Das Mentoring-Programm fördert den Wissenstransfer und Empowerment im dialogischen Austausch und bietet Reflexionsräume für die weitere persönliche und berufliche Entwicklung. Gleichzeitig ermöglicht es, organisationale Aspekte für Transformation mitzudenken. In einem kurzen Interview griff Dr. Antje Schultheis verschiedene Themen auf: Die Vorbildfunktion von Führungskräften, die Weiterentwicklung von Führungsmodellen z.B. in Richtung feministischer Führungsmodelle, die Vereinbarkeit von Care Work und Führungsfunktion, ein Aspekt, der vor allem für Frauen relevant ist, aber auch ein verändertes Anspruchsdenken bei vielen NRO. Auch gilt es, das Thema Geschlechtergerechtigkeit zu öffnen und mehr Diversität mitzudenken. Hier knüpfte sie im Gespräch an das Thema New Work an und an die Frage der Haltung und der gelebten Werte innerhalb von Organisationen.

Zum Abschluss der abwechslungsreichen Veranstaltung dankte Anke Scheid allen Teilnehmer*innen für ihr Engagement, ohne dass das Programm nicht so erfolgreich gewesen wäre.

Das Mentoring-Programm leistete nicht nur einen Beitrag zu dem strategischen Ziel von VENRO, die Förderung von Frauen auch bei seinen Mitgliedorganisationen zu unterstützen, sondern schaffte neue Netzwerke und Austauschmöglichkeiten für Kolleg*innen der Mitgliedsorganisationen untereinander. Die durchweg begeisterten Rückmeldungen zu dem Programm belegen den Erfolg und auch die Unterstützung, die es bedarf, um die Zahl von FLINTA/Frauen in Führungspositionen zu steigern. „Wenn man über etwas redet, verändert sich auch was“ so Susan Pusunc (Mentee). Das Mentoring-Programm bot viele Möglichkeiten dazu.

Die erste Fairtrade Convention!

Die erste Fairtrade Convention!

Zum 30-jährigen Jubiläum hat sich Fairtrade Deutschland e.V. etwas ganz Besonderes für junge, am fairen Handel interessierte und engagierte Menschen überlegt – eine Fairtrade Convention, die sogenannte Faircon. Dafür kamen Teilnehmer*innen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus Afrika und Lateinamerika nach Berlin, um gemeinsam neue Ideen zu den drei Challenges Climate, Impact und Utopia zu entwickeln.

Nach einem gemeinsamen Frühstück und kurzem Input zum Ablauf des ThinkFair-Modells, nach welchem die Projektidee aufgebaut wurde, wurden die Teilnehmer*innen in insgesamt neun Gruppen auf- und einem Mentor*in zugeteilt. Es war sehr interessant die Teammitglieder persönlich kennenzulernen und seinen Platz in der Gruppe zu finden. Gemeinsam wurde dann mit Hochdruck an der Entwicklung einer Projektidee gearbeitet, die nur durch eine kurze Mittagspause mit gemeinsamem Essen unterbrochen wurde.

Bis 17.00 Uhr musste nicht nur die Projektidee, inklusive grobem Business Plan und Roadmap stehen, sondern auch eine Power Point und zwei Teammitglieder bereit für einen Pitch auf der Bühne vor der Jury. Jede Gruppe stellte ihre Projektidee vor allen Teilnehmer*innen und den Juror*innen vor. Die Jury wählte dann drei Teams, die in der zweiten Runde vor Publikum nochmals die Chance hatten, ihre Idee zu verteidigen.

Eines der großen Highlights des Abends war der finale Pitch der drei zuvor gewählten Teams. Drei komplett unterschiedliche Ideen kämpften in einem sehr knappen „Rennen“ gegeneinander. Letztendlich entschied sich das Publikum für das Projekt „Fairchange“ der Impact Challenge.

Die Idee hinter „Fairchange“ ist es, die Auswirkungen von Fairtrade auf die Produzent*innen im globalen Süden für die Konsument*innen im globalen Norden sichtbar zu machen. Dafür soll ein Austauschprogramm zwischen jungen Menschen aus globalem Norden und Süden ins Leben gerufen werden. Somit haben beide Seiten die Möglichkeit einen „Blick“ in das Leben des anderen zu werfen, um zu begreifen, was Fairtrade wirklich bedeutet und wo es einen Unterschied macht. Die dabei gewonnenen Erfahrungen bedeuten einen großen Mehrwert für jeden Einzelnen, aber auch für die Gesellschaft.
Das Team von „Fairchange“ ist sehr motiviert die Idee mit der Hilfe und Unterstützung von Fairtrade in einem Pilotprojekt zu realisieren.

Fotos © Fairtrade Deutschland / Tim Keweritsch

 

FairActivists on the road: Meeting with Fairtrade America in Washington D.C.

FairActivists on the road: Meeting with Fairtrade America in Washington D.C.

On a nice sunny day on the US east coast, one of the FairActivists had the chance to visit Fairtrade America. The office is right in downtown Washington D.C. and Darina spoke with Kate and Julia about their experiences with Fairtrade so far.

With their knowledge about sustainability and international development Kate Stritzinger, Director Marketing & External Relations, and Julia Barnes, Marketing Assistant are in charge of running the campaigns of Fairtrade throughout the whole country and on social media platforms. Last year, the success of the campaign „Choose Fairtrade. Choose The World You Want“[1] has been reflected not only in Americans‘ increased awareness of fair trade itself but also in Fairtrade as the brand.

“According to our 2021 Fairtrade Consumer Insights report conducted by GlobeScan,41% of respondents recognized the Fairtrade Mark in the US. This is a 46% increase from our study  just two years earlier. It is really motivating to see this kind of promising movement here in the states.”[2] – Kate Stritzinger, Director Marketing & External Relations

Through six different cities across the US, they created six murals  in collaboration with local artists on the sides of buildings where Fairtrade products are sold. The paintings highlight individual Fairtrade farmers. Next to the Fairtrade sign, you’ll find a QR code to scan and to read each individual story of the featured farmer. Currently, there are murals in Austin (Texas), Denver (Colorado), Los Angeles (California), Nashville (Tennessee), Minneapolis (Minnesota), Tacoma (Washington) to see. There will be three more created in October.

 

Johnny Gabriel Navas Aquim is a banana farmer from Ecuador. His mural was painted by Reggie LeFlore and it is located at Twin Cities Co-op Partners‘ Wedge Location in Minneapolis. Photo by: Andrés Pérez. For more info about Johnny and his work go to https://www.fairtradeamerica.org/choose-the-world-you-want/minneapolis/

 

 

In addition to well-known brands such as Starbucks, Ben & Jerrys, and Tony’s Chocolonely chocolate, local labels are signing up as Fairtrade brand partners, like Lily’s Sweets, Endangered Species Chocolate and Hu Kitchene. Right now, the focus is still on the increasing core products like cocoa, bananas and coffee in becoming Fairtrade because there are so many companies that could still get certified. In the future, however, other products will be added.

For 10 years now, Fairtrade America has been working to spread awareness of Fairtrade products in the United States and to help to get more brands on board for a world in which farmers get paid fairly. Since 2020, Peg Willingham has served as the Executive Director of Fairtrade America and with her, she brings a lot of expertise in advocacy work. Peg along with her small but efficient team (around 13 employees) at Fairtrade America is on the path for more Fairtrade certified products in all American supermarkets.  Her experience also provides new opportunities to raise the issue of fair trade, in general, higher on the agenda of US politicians. 

On their websites it says; “Fairtrade is the most recognized ethical label in the world“[3] and we as the FairActivists are happy to be part of this worldwide mission!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

[1] https://www.fairtradeamerica.org/choose-the-world-you-want/ , https://www.prnewswire.com/news-releases/fairtrade-americas-second-annual-choose-fairtrade-choose-the-world-you-want-campaign-raises-awareness-of-fairtrades-positive-impacts-on-people-and-the-planet-301389246.html

[2] https://www.fairtradeamerica.org/app/uploads/2021/08/Fairtrade-America-Globescan-2021-Report.pdf

[3] https://www.fairtradeamerica.org/

Ferrero Küsschen-Sorten: Die Haselnuss-Praline gibt es auch auf italienisch und englisch

Ferrero Küsschen-Sorten: Die Haselnuss-Praline gibt es auch auf italienisch und englisch

Als sich der italienische Süßwarenhersteller Perugina anschickte, mit seinen Baci (italienisch für „Küsse„) den deutschen Markt zu erobern, wollte ihm Ferrero unbedingt zuvorkommen und führte kurzerhand […]

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