Im hügeligen Hinterland der Dominikanischen Republik, dort, wo sich Kakaobäume unter dem warmen karibischen Licht verzweigen, beginnt der Tag von Kakaobauer Wilder Nahui früh. Zwischen den schattigen Baumreihen seiner Parzelle zeigt sich schnell: Kakao ist für ihn weit mehr als ein landwirtschaftliches Produkt. Er ist Lebensgrundlage, Tradition – und Zukunftsperspektive zugleich. Wilder ist Mitglied der Kooperative FUNDOPO, die seit über zwei Jahrzehnten den Bio-Kakaoanbau in der Region prägt. Was einst mit einer kleinen Gruppe engagierter Kleinbäuerinnen und -bauern begann, ist heute eine starke Organisation, die das Leben tausender Menschen verbessert. Seit 2008 offiziell als Stiftung anerkannt, wächst FUNDOPO kontinuierlich weiter – als wirtschaftlicher Anker und sozialer Motor ländlicher Gemeinden.
Wilder Nahui – Kakao-Farmer der FUNDOPO
Nachhaltiger Kakaoanbau – ein Fundament für die Zukunft
Für Wilder hat ökologisch produzierter Kakao eine klare Bedeutung: „Rund 80 Prozent unseres Einkommens stammen aus Bio-Kakao“, erzählt er. „Wenn wir nachhaltig arbeiten, bekommen wir bessere Preise, schützen die Umwelt und können langfristig planen.“
Die Mitglieder von FUNDOPO setzen auf agroforstwirtschaftliche Mischkulturen, das heißt, die Kakaobäume werden gemeinsam mit hohen Schattenbäumen, Zitrusfrüchten, Avocados und zahlreichen heimischen Arten angepflanzt. Dieser vielseitige Anbau schützt Bodengesundheit und Biodiversität und macht die Pflanzen widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels.
Wachsendes Wissen für gemeinschaftliche Veränderung
Damit nachhaltige Landwirtschaft nicht nur ein Ziel, sondern gelebte Praxis ist, investiert FUNDOPO stark in Wissensvermittlung. Workshops und Sensibilisierungskampagnen vermitteln Know-how zu Biodiversität, ökologischer Bewirtschaftung, biologischer Schädlingskontrolle sowie Wasser- und Abfallmanagement. So wächst nicht nur der Kakao sondern auch das Bewusstsein für nachhaltige Produktionsweisen. Seit 2023 lernen die Produzent*innen in neu eingerichteten Modellgärten praxisnah, wie gezielte Pflegemaßnahmen Ertrag und Qualität steigern. Zwei eigene Baumschulen versorgen die Mitglieder zudem mit kostengünstigen Kakaosetzlingen. Sie stehen für Vielfalt statt Monokultur – und für neue Chancen.
Gemeinschaft, Transparenz und Vertrauen
„Bei FUNDOPO haben wir aus der Vergangenheit gelernt, dass Verantwortung und Entscheidungshoheit auf mehrere Schultern verteilt sein sollten“, so Wilder. Seit 2020 setzt die Kooperative deshalb verstärkt auf transparente, partizipative Organisationsführung. Entscheidungen über die Verwendung der Fairtrade-Prämien werden demokratisch getroffen. Auch junge Menschen werden aktiv einbezogen, und Produzent*innen erhalten soziale Unterstützung, wenn sie sie benötigen. So entsteht ein Gemeinschaftsgefühl.
Fairtrade-Prämien, die eine ganze Region verändern
Die Geschichte von FUNDOPO ist eng mit der Fairtrade-Prämie verbunden. die sichtbare Verbesserungen im Alltag vieler Menschen ermöglicht. Pro Quintal Bio-Kakao erhalten die Mitglieder 250 Dominikanische Pesos in bar. Dieses zusätzliche Einkommen ermöglicht es, Parzellen zu pflegen, Investitionen zu tätigen und finanzielle Engpässe abzufedern. Die Fairtrade-Prämie stärkt nicht nur Betriebe – sie stärkt ganze Gemeinschaften:
Wege werden instand gehalten, sodass schwere Kakaosäcke leichter zur Sammelstelle transportiert werden können.
Seit 2020 versorgen acht neue Wasserstellen mehrere Dörfer mit fließendem Wasser. Mehr als 4.700 Menschen müssen ihr Wasser nun nicht mehr kilometerweit tragen – ein enormer Gewinn für Lebensqualität und Gesundheit.
Die Prämie ermöglicht die Finanzierung von Schulmaterialien, Schuhen und Laptops, medizinischer Unterstützung für bedürftige Mitglieder sowie Sport- und Freizeitprogramme.
Einblicke in die Kooperative FUNDOPO und der Instandhaltung der Wege gibt es hier im Video:
Strahlkraft über die Landesgrenzen hinaus
Die Arbeit von Wilder und seinen Kolleg*innen bleibt nicht im Ursprung verborgen. EcoFinia, Hersteller der Bio-Schokoladenmarke iChoc, hat ein Transparenzsystem entwickelt, das Verbraucherinnen zeigt, woher ihr Kakao stammt. Über einen QR-Code auf der Verpackung gelangen Konsument*innen auf eine interaktive Weltkarte – dort erscheinen Gesichter und Geschichten der Kakaoproduzenten, wie Wilder. Zudem löst jeder QR-Scan automatisch eine Spende für Projekte in den Gemeinden aus. So konnten bereits Wasserleitungen und ein Aquädukt gebaut werden – Projekte, die von der Bevölkerung selbst ausgewählt wurden. Jede Tafel iChoc trägt so ein Stück Herkunft mit sich. Dieses „Farmer-to-Bar“-Konzept wurde 2026 mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.
Die Verbindung zwischen Feld und Tafel
Der Fairtrade-Partner EcoFinia zeigt: Fairtrade-Schokolade kann mehr sein als Genuss. Sie kann Einblicke schaffen, Transparenz fördern und faire Lieferketten sichtbar machen. Vor allem aber kann sie Menschen wie Wilder Nahui würdigen – nicht als anonyme Lieferanten, sondern als Partner*innen auf Augenhöhe.
Copyright: EcoFinia, Pronatec und FUNDOPO
