Unser Interview mit der Staatsministerin Melanie Huml zum fairen Handel

Ende Oktober haben Lynn, Anna und ich, Schülerinnen in der 10p des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums Bamberg und Mitglieder des Fairtrade-Teams unserer Schule, die Möglichkeit erhalten, die bayerische Staatsministerin für Europaangelegenheiten und Internationales, Melanie Huml, zu interviewen. Das ist eine Chance, die man sich auf keinen Fall entgehen lässt!

Das Interview mit der „bayerischen Eine-Welt-Ministerin“ führten wir trotz großer Nervosität von unserer Seite in einer sehr freundlichen, offenen und angenehmen Atmosphäre. Wir stellten der Ministerin viele Fragen, wie es in ihrem beruflichen Bereich um den fairen Handel bestellt ist, z.B. was sie in puncto Förderung des fairen Handels in Bayern bereits erreicht hat und worauf sie stolz ist oder welche fairen Produkte es in der bayerischen Staatskanzlei gibt.

Besonders interessant für uns waren die Fragen zu ihr als Person, die sie sehr ausführlich und genau beantwortet hat, wodurch das Interview eher so einen persönlicheren Gesprächs-Charakter bekam. So erfuhren wir, dass sie sehr gerne fair gehandelte Schokolade und getrocknete Früchte isst. Ehrlich räumte sie aber auch ein, dass sie im Bereich „faire Mode“ noch Nachholbedarf hat. Denn in diesem Bereich setzt sie bis jetzt auf die Devise „weniger ist mehr“ oder „second hand“, was ihre Kinder betrifft.

Kleine Schritte in die richtige Richtung

Unser Engagement in der Schule, von dem wir ihr einiges erzählten, nahm sie lobend und dankbar an. Sie hatte selbst im Vorfeld des Interviews einige Schulen besucht und war von den verschiedenen Projekten und Partnerschaften speziell mit afrikanischen Ländern sehr begeistert. Ein schöner Ausspruch von ihr, der mir im Gedächtnis geblieben ist, war: „Jeder Stein, der ins Wasser fällt, schlägt Wellen.“

Frau Huml verfolgt die Strategie, kleine Schritte in die richtige Richtung zu machen, dafür aber für alle machbar, egal ob Konsument*innen, Produzent*innen oder Händler*innen. Ihr liegt Transparenz am Herzen. Sie ließ uns auf unsere Frage hin eine Liste mit fairen Produkten in den Kantinen jedes bayerischen Ministeriums zukommen. Das zu lesen, war sehr interessant.

Gute Ideen, nicht immer konkret

Uns waren allerdings die Ziele in manchen Antworten noch zu unkonkret: Es hatte den Anschein, als würde sie viele Sachen gut finden und hat auch schon einige Ideen, was sie machen möchte, aber es ist noch nichts so richtig fest geplant. Wir sind aus dem Interview rausgegangen und haben dann nicht wirklich sagen können, welche Pläne als nächstes konkret umgesetzt werden sollen.
Das liegt wahrscheinlich daran, dass vieles gesetzgeberisch auf Bundesebene geregelt werden muss. Sie hat hierbei auch die Gesetzgebungsinitiativen von Gerd Müller, dem (bis Anfang Dezember amtierenden) Entwicklungsminister, bezüglich des Lieferkettengesetzes und der Abschaffung der Mehrwertsteuer für fair gehandelten Kaffee, mehrfach lobend hervorgehoben. Natürlich kann sie bundesweite Gesetzgebungsvorhaben mit anschieben und unterstützen.

Unser Interview bei der Digitalen Fairtrade-Schüler*innen-Akademie Bayern

Anschließend durften wir bei der digitalen Fairtrade-Schüler*innen-Akademie Bayern, die am Vormittag vom 18. Novmber 2021 per Live-Stream stattgefunden hat, von unserem Interview berichten. Das war für uns auch nochmal eine ganz neue Erfahrung: In so einem offiziellen, professionell moderierten Live-Stream vor ca. 200 Menschen zu sprechen!

Auch unsere Fair-Trade Teamkolleginnen nahmen an dieser Akademie teil. Nach unserem 15-minütigen Bericht über das Interview konnten wir in drei verschiedenen Workshops zu verschiedenen Themen neue Ideen für unsere Fairtrade-Arbeit an unserer Schule sammeln und uns mit anderen Schüler*innen austauschen.

(Beitragsautorin: Jule Prell, 10p des E.T.A. Hoffmann-Gymnasiums in Bamberg)