10 Jahre Fairtrade-Schools – ein Grund zum Feiern!

Knapp 200 engagierte Schüler*innen und Lehrkräfte kamen am 16. November im Wissenschaftspark Gelsenkirchen zusammen, um gemeinsam zu feiern. Denn vor zehn Jahren wurde die erste Fairtrade-School Deutschlands ausgezeichnet. Im Rahmen der Schüler*innenakademie NRW besuchten die Teilnehmenden Workshops und tauschten sich zu Aktionsideen aus.

Als Praktikantin bei Fairtrade Deutschland habe ich das Team bei der Organisation unterstützt und die Berichterstattung auf Social Media übernommen. Besonders beeindruckt hat mich das Engagement der Teilnehmenden: Um als Fairtrade-School ausgezeichnet zu werden, müssen die Schulen unter anderem fair gehandelte Produkte anbieten und sich im Unterricht mit dem Thema beschäftigen. Ihr Einsatz für den fairen Handel geht oft aber weit darüber hinaus. Eine Lehrerin erklärte mir zum Beispiel, dass sie in den Ferien gemeinsam mit Schüler*innen regelmäßig hunderte Pakete mit fairen und ökologischen Schulmaterialien packt.

Großes Workshop-Angebot

Ein Highlight des Tages war das Interview mit Ralph Caspers, dem neuen Schirmherr der Fairtrade-Schools: Als Journalist und Moderator ist er vor allem aus der „Sendung mit der Maus“ oder „Wissen macht Ah!“ bekannt. Zu Beginn der Veranstaltung wurde er über Zoom zugeschaltet und mit lautem Applaus begrüßt. „Solche Reaktionen auf meine Person überraschen mich immer wieder“, sagte er lachend. Er freue sich sehr, die Fairtrade-Schools zu unterstützen: „Ihr könnt mit eurem Engagement viel verändern. Macht weiter so!“
Nach dem Gespräch mit Ralph Caspers startete die erste Workshop-Phase der Schüler*innenakademie mit spannenden Fragen: Wie hängen Fairtrade und Kinderrechte oder Sport zusammen? Und wie lässt sich im Gespräch mit der Familie oder Freund*innen für den fairen Handel argumentieren? Besonders interessant fand ich den Workshop zu fairer Mode: Darin trugen die Schüler*innen auf einer Weltkarte ein, welchen weiten Weg die einzelnen Teile einer Jeans zurücklegen müssen, bis sie schließlich getragen werden kann.
In der Mittagspause konnten sich die Teilnehmenden dann über Aktionen der einzelnen Schulen sowie über weitere Kampagnen von Fairtrade Deutschland informieren. Ich stellte das „FairActivists“-Programm vor, bei dem ich selbst engagiert bin. Es richtet sich an junge Menschen zwischen 18 und 27 Jahren, die sich gemeinsam für den fairen Handel engagieren möchten. Mit Infos aus erster Hand konnte ich vielleicht sogar einige der älteren Schüler*innen davon überzeugen, sich zu bewerben – die aktuelle Ausschreibung läuft noch bis zum 2. Dezember (Mehr Infos unter https://www.fairtrade-deutschland.de/aktiv-werden/fairactivists).

Interview mit Fairtrade-Produzent aus Kolumbien

Nach der zweiten Workshop-Phase hatten die Schüler*innen am Nachmittag Gelegenheit, Fragen an Yinson Rodríguez zu stellen. Yinson ist Fairtrade-Produzent aus Kolumbien und baut dort Kaffee, Kakao und Honig an. „Am Anfang hatten wir Schwierigkeiten, alle Produzentinnen und Produzenten unserer Kooperative von einer nachhaltigeren Landwirtschaft zu überzeugen“, erklärte er über Zoom. Durch Fairtrade habe sich aber vieles verändert, sodass die Bäuerinnen und Bauern nun unter anderem ein stabileres Einkommen haben.
Zum Abschluss des Tages präsentierten die Kinder und Jugendlichen der südafrikanischen Gruppe „MUKA“ ein Theaterstück, in dem sie Geschichten aus ihrem Lebensalltag erzählten. Eine bewegende Mischung aus ernsten Themen, wie dem Klimawandel oder sexuellem Missbrauch, gepaart mit mitreißender und fröhlicher Musik.

Mehr Infos zu den Fairtrade-Schools und den Schüler*innenakademien: www.fairtrade-schools.de

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